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Sanierung eines Wohnhauses in Puchheim

Der relativ kleine Winkelbungalow aus dem Jahr 1976 war mit einem jährlichen Primärenergiebedarf von ca. 277 kWh/m²a energetisch nicht mehr zeitgemäß. Im Vergleich zur ENEV 2007 wäre ein Primärenergiebdarf bei gleichem A/V-Verhältnis von 123 kWh/m²a gefordert.

Projektbeschreibung

Dieser Winkelbungalow stammt aus dem Jahr 1976. Er ist eingeschossig und teilweise unterkellert. Das relativ kleine Wohnhaus war mit einem jährlichen Primärenergiebedarf von ca. 277 kWh/m²a energetisch nicht mehr zeitgemäß. Im Vergleich zur ENEV 2007 wäre ein Primärenergiebdarf bei gleichem A/V-Verhältnis von 123 kWh/m²a gefordert.

Durch die Annahme normierter Rahmenbedingungen einer ENEV-Berechnung kommt es zu einer Differenz zwischen dem tatsächlichen Verbrauch von ca. 4.000 m³ Erdgas und dem rechnerischen Verbrauch von ca. 5.800 m³, welcher deutlich höher liegen müsste. Das begründete sich  unter anderem daher, dass der Keller bis zur Sanierung unbeheizt war und auch in einigen Bereichen, wie z.B. im Schlafzimmer, sehr sparsam geheizt wurde. Dieser Sachverhalt führte aber wahrscheinlich auch zu Feuchteproblemen.

Im Wesentlichen lassen sich alle durchgeführten Umbau- und Sanierungsmaßnahmen unterteilen in:

  • baukonstruktive Maßnahmen zur energetischen Aufwertung der Gebäudehülle
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnsituation
  • flankierende baukonstruktive Maßnahmen
  • Maßnahmen der Gebäudetechnik

Bild 3: Grundriss Erdgeschoss

Maßnahmen zur energetischen Aufwertung der Gebäudehülle

  • Dämmung der Fassade durch Aufbringen einer Wärmedämmung (8 < d < 46 cm) in Verbindung mit einer hinterlüfteten Textilfassade
  • Vergrößerung der Fensterelemente und Austausch der vorhandenen Außenfenster durch Massivholzelemente mit Dreifach-Isolierverglasung und Integration von Raffstoren als Sonnenschutz auf der Südseite
  • Austausch der vorhandenen Eingangstür durch Massivholztürelement mit Dämmkern und Teilverglasung
  • Dämmung des Dachs durch Aufbringen einer Wärmedämmung (d = i. M. 20 cm), die vorhandene Wärmedämmung blieb unter dem neuen Dachaufbau erhalten, Gründachaufbau
  • Dämmung des Kellerfußbodens bzw. der Bodenplatte im Erdgeschoss durch Aufbringen einer PUR-Dämmung in unterschiedlichen Stärken in Verbindung mit einem Trockenestrich (OSB-Platte)
  • Dämmung der Kelleraußenwände durch Aufbringen einer Perimeterdämmung (18 cm) an den Außenseiten
  • Dämmung der Wand im Keller zu nicht unterkellerten Bereichen, wo eine Außendämmung (Perimeterdämmung) nicht möglich war, durch Innendämmung in unterschiedlichen Stärken aus EPS (14 cm) zwischen Ständerkonstruktion, mit Gipskarton oder Putzträgerplatte verkleidet

 

Bild 1: Gebäude nach der Sanierung, Innenhof

Bauphysikalische Situation

Die mit der Sanierung erreichte thermische Qualität des Wohnhauses unterschreitet den Standard eines Niedrigenergiehauses um ca. ein Drittel.

Da in die energetische Sanierung nahezu die gesamte Gebäudehülle und auch die Anlagenteilen integriert waren, wurde der Primärenergiebedarf im Vergleich zum Bestandsgebäude erheblich verringert.

Auch die Forderungen der ENEV 2007 für Neubauten werden um mehr als 30 % unterschritten.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Kenndaten gemäß ENEV dargestellt.

Gebäudekennwerte

Baujahr

1976

Wärmeübertragende Umfassungsfläche

552 m²

beheiztes Bauwerksvolumen

816 m³

A/V

0,676 m-1

Gebäudenutzfläche nach Energiesparverordnung AN

242 m²

Nachtabschaltung

ja (7 Stunden)

Wärmebrückenfaktor

0,1 W/m²K

Berechnungsgrößen nach EnEV

Jahresprimärenergiebedarf, zulässig

Q'P

118,9 kWh/m²a

Jahresprimärenergiebedarf, vorhanden

Q''P

81,2 kWh/m²a

Anlagenaufwandskennzahl

ep

1,04

spezifischer Transmissionswärmeverlust, zulässig

H'T

0,49 W/m²K

spezifischer Transmissionswärmeverlust, vorhanden

H''T

0,31 W/m²K

Jahres-Endenergiebedarf, gesamt

Qh

19.480 kWh/a

Energieträger 1

Erdgas

15.422 kWh/a

Energieträger 2

Solar (erneuerbar)

4.057 kWh/a

Energieträger 3

Hilfsenergie (Strom)

1.415 kWh/a

Tab. 1: Kenndaten Nachweis EnEV

Maßnahmen der Gebäudetechnik

Die Gebäudetechnik wurde komplett erneuert. Zur Umsetzung des Sanierungs- und Modernisierungskonzepts mit dem Ziel, den Energieverbrauch zu senken, war es auch bei der Auswahl und Planung der haustechnischen Anlagen von äußerster Wichtigkeit, energetisch effiziente Komponenten zu wählen. Diese sind zusammenfassend in Tabelle 2 dargestellt.

Heizsystem

  • Wärmeversorgung über Gastherme mit Brennwerttechnik
  • Wärmeabgabe über Einzelheizkörper

System der Trinkwassererwärmung

  • Warmwasserbereitung über ca. 10 m² Solarkollektoren und Warmwasserspeicher

System der Stromgewinnung

  • Stromentnahme aus dem öffentlichen Netz

System der Regenwassernutzung

  • keine, Versickerung des Regenwassers über Rigole

System der Gebäudelüftung

  • Lüftungsanlage mit Wärmetauscher mit vorgelagertem Erdwärmerohr

System der Gebäudeautomation

  • keine

Tab. 2: Übersicht der haustechnischen Anlagen

Lüftungsanlage mit Wärmetauscher und vorgelagerten Erdwärmerohren

Stetig steigende Anforderungen an die wärmeschutztechnischen Eigenschaften der Gebäudehülle haben zur Folge, dass die Transmissionswärmeverluste sinken und der prozentuale Anteil der Lüftungswärmeverluste zunimmt. Um die Wärmeverluste des Gebäudes nun weiter zu reduzieren, muss man in erster Linie bei den Lüftungswärmeverlusten ansetzen. Hinzu kommt, dass an die Raumluft auch hygienische Anforderungen gestellt werden. Legt man den hygienisch vertretbaren Luftwechsel zugrunde, so ergibt sich zwangsläufig die Notwendigkeit einer Wärmerückgewinnung aus der Abluft. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist deshalb eine wesentliche Komponente beim Bau von energieeffizienten Gebäuden.


Bild 2: Strangschema Gebäudetechnik

Das gesamte Projekt sowie umfassende Fachinformationen zum Thema Energieeffiziente Projekte finden Sie im Bereich „Energie und Bau Pro" unter „Projekte". Die Demoversion können Sie jederzeit kostenlos testen.

 

 

 

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