Aus dieser geografischen Ausgangssituation heraus ergab sich schließlich die Entwurfsidee: Der vorhandene Hügel sollte nicht verschwinden, sondern Ziel war es, das neu zu errichtende Gebäude „dazwischenzuschieben" und zu einem Teil der Landschaft werden zu lassen.
Diese Idee wird durch die in allen Ebenen erlebbare organische Form der Gebäudehülle umgesetzt. Der Grundriss folgt einer geschwungenen Linie und integriert sich somit in der horizontalen Ebene in die Landschaft. Das wellenförmig verlaufende und aus dem Gelände „herauswachsende" Dach vermittelt ein Einfügen in der Vertikalen.
Auf der Nordseite, als Rückgrat des Hauses, sind die Funktions- und Nebenräume angeordnet. Direkt gegenüber, durch einen Erschließungsflur abgetrennt, befinden sich die Hauptaufenthaltsbereiche der Kinder, bestehend aus vier Gruppenräumen und zwei Sanitärbereichen.
Das eigentliche Zentrum im Haus bildet der Mehrzweckraum an der Südwestecke.
1
Windfang
2 WC
3 Abstellraum
4 Mehrfunktionsraum
5 Foyer
6 Gruppenraum für 18 Kinder
7 Sanitärbereich für zwei Gruppen
8 Gang, unterirdisch
9 Flur
10 Lager
11 Hausmeisterwerkstatt
12 Haustechnik
13 Wäscheraum
14 Personal
15 Büro Leiterin
16 Ausgabeküche
Bild: Grundriss Erdgeschoss
Neben den notwendigen Räumlichkeiten hält der Bau noch einige besonders spannende Erlebnisbereiche bereit. Ein unterirdischer dunkler Gang und ein teilweise begehbares sowie auch mit kindgerechten Fahrzeugen (Roller/Dreirad/Bobbycar) befahrbares Dach lassen die Kinder vollkommen neue Perspektiven entdecken und Geschichten erleben.
Die innere Nutzung spiegelt sich in den nach außen sichtbaren Fassaden wider. Die Nordansicht, mit den dahinterliegenden Funktionsbereichen, zeigt sich eher geschlossen und als Lochfassade. Die Südfassade hingegen wirkt durch die großen Glasflächen sehr offen und transparent.
Grundsätzlich wurden nur vom Bundesministerium für Umwelt empfohlene Baustoffe verwendet. An einigen Stellen nicht vermeidbare Kompromisse erfolgten in Abstimmung mit dem Bauherrn.
Im Gründungsbereich ist eine Bodenplatte aus Stahlbeton mit umlaufender Frostschürze eingebaut.
Die Außenwände sind aus hochwärmedämmenden Ziegeln mit Perlitefüllung errichtet. Darauf aufgebracht ist ein diffusionsoffener Wandaufbau aus Mineralwolldämmung und einer hinterlüfteten, farbig lasierten, Lärchenholz-Stülpschalung. Die Gesamtkonstruktion hat einen U-Wert von 0,123 und kann als passivhaustauglich bezeichnet werden.
Alle Holzfenster und das Verglasungssystem der Pfosten-Riegel-Konstruktion sind als passivhaustaugliche Drei-Scheiben-Isolierverglasung ausgeführt. Alle Verglasungen bestehen bis mindestens 1,50 m über OKFFB von innen aus Sicherheitsglas. Bereiche im Erdgeschoss, an die die Kinder direkt herantreten können, werden auch von außen mit Sicherheitsglas ausgestattet. Folienmarkierungen in Augenhöhe der Kinder verhindern das Übersehen der Glasscheiben.
Das Dach ist ein gewelltes Flachdach mit 3 % Gefälle nach Norden mit einer Tragkonstruktion aus Holzpfetten, einer Vollsparrendämmung aus Zellulose und einem Gründachaufbau als oberem Abschluss. Die extensive Dachbegrünung hält ca. 50 % des Regenwassers auf dem Dach und trägt damit zu einer wesentlichen Verbesserung des Mikroklimas auf dem Grundstück bei.
Hanf als Material für die Schalldämmung und Flachs bzw. Kokosfasern für das Schließen von Fugen komplettieren das gesamte ökologische Konzept.
Die thermische Qualität des Hauses entspricht dem Standard eines Passivhauses. Ein entsprechender Nachweis nach PHPP (Passivhausprojektierungspaket nach W. Feist) wurde geführt, die Ergebnisse zeigt Tabelle 1.
Tab. 1: Passivhausnachweis
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Allgemeine Kennwerte |
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Baujahr |
2007/2008 |
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Anzahl Einheiten |
4 Gruppenräume für Kinder |
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Anzahl Personen (Kinder und Angestellte) |
80 |
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umbautes Volumen Ve |
3.300 m³ |
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Innentemperatur |
20 °C |
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Kennwerte mit Bezug auf Energiebezugsfläche |
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Energiebezugsfläche |
557 m² |
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Energiekennwert Heizwärme |
15 kWh (m²a) |
≦ 15 kWh (m²a) |
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Drucktestergebnis |
0,50 h-1 |
≦0,60 h-1 |
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Primärenergiekennwert |
115 kWh (m²a) |
≦120 kWh (m²a) |
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Primärenergiekennwert |
82 kWh (m²a) |
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Heizlast |
13 W/m² |
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Kennwert mit Bezug auf Nutzfläche nach EnEV 2007 |
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Nutzfläche nach EnEV 2006 |
782 m² |
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Primärenergiekennwert |
11,2 kWh/m²a |
≦ 40 kWh (m²a) |
Auch bei der Auswahl und Planung der haustechnischen Anlagen lag das Hauptaugenmerk auf der Verwendung von energetisch effektiven Systemen. Alle Komponenten der Haustechnik sind zusammenfassend in Tabelle 2 dargestellt.
Tab. 2: Übersicht über die haustechnischen Anlagen
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Heizsystem |
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System der Trinkwassererwärmung |
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System der Stromgewinnung |
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System der Regenwassernutzung |
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System der Gebäudelüftung |
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System der Gebäudeautomation |
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Das gesamte Projekt mit allen bauphysikalischen Kennwerten der wesentlichen Bauteile sowie umfassende Fachinformationen zum Thema Energieeffiziente Projekte finden Sie im Bereich „Energie und Bau Pro" unter „Projekte". Die Demoversion können Sie jederzeit kostenlos testen.
08/09, Praxis-Check Architektur: EnEV 2009
Tipps & Tricks zur Umsetzung der EnEV 2009!