Der PV-Generator oder Solargenerator ist das Herzstück einer PV-Anlage und prägt das Erscheinungsbild der Gebäude oder der Freiflächen, die den PV-Generator aufnehmen. Er muss verschattungsfrei angebracht oder aufgestellt werden. Bei einigen Objekten wird z.B. vom Denkmalschutz oder Städtebau gefordert, den PV-Generator nicht im Sichtbereich zu installieren.
Er wird auch als Solarpaneel (englischer Sprachgebrauch) oder als Solarbatterie (russischer Sprachgebrauch) bezeichnet. Er setzt sich aus Solarmodulen zusammen. Die kleinsten Bausteine, aus denen die Solarmodule zusammengefügt sind, heißen Solarzellen, nicht zu verwechseln mit Fotozellen. Erstere erzeugen elektrische Energie. Bei einer Fotozelle ändert sich durch Lichteinstrahlung die elektrische Leitfähigkeit des Materials. Sie generiert aber keine Spannung, sondern benötigt eine Spannungsquelle, um funktionsfähig zu sein.
Der Grundbaustein eines PV-Generators, die Solarzelle, ist ein Energiewandler, mit dem der photovoltaische Effekt realisiert wird. Der Photovoltaische Effekt (PV-Effekt) beschreibt die direkte Umwandlung von Strahlungsenergie in elektrische Energie in einem Festkörper. Er wurde 1839 von Alexandre-Edmond Becquerel (1820 bis 1891) und seinem Vater Antoine César Becquerel (1788 bis 1878) entdeckt. In einer Solarzelle technisch umgesetzt wurde der PV-Effekt erst 1954 in den USA, und 1958 wurden Solarzellen erstmals im US-Satelliten Vanguard I zu dessen Stromversorgung eingesetzt.
Physikalische
Vorgänge in einer Solarzelle:
Vier Voraussetzungen müssen für das Auftreten des PV-Effekts in einem
Festkörper erfüllt sein:
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kommt es zu wie im Bild dargestellten Zwischenprozessen bei der photovoltaischen Wandlung.
Schritte bei der Generierung eines elektrischen Stroms durch Lichtquanten
Die Unterscheidung von Solarzellen ist nach fünf Kriterien möglich:
Als Gitterstrukturen kommen in Betracht:
Die weitaus meisten heute hergestellten Solarzellen bestehen aus kristallinem Silizium, obwohl Si zu den sog. indirekten Halbleitern gehört, deren Absorptionskoeffizient für Lichtstrahlung gering ist: Deshalb muss die Solarzelle relativ dick sein (> 50 μm). Ausgangsmaterial ist ein Poly-Si, das bis vor wenigen Jahren ein Abfallmaterial aus der Halbleiterindustrie war. Da dieses Material bei Weitem nicht mehr für den ständig wachsenden Markt ausreicht, wurden inzwischen Fabriken zur ausschließlichen Produktion von Solarsilizium errichtet. Bei der Herstellung von Silizium ist kein Rohstoffmangel zu befürchten: Der Ausgangsstoff Sand ist nahezu unbeschränkt verfügbar. Die Zwischenprodukte bei der Herstellung des Solarsiliziums sind allerdings nicht ganz unproblematisch.
Da die Arbeitsspannung einer Solarzelle unter 1 V liegt, müssen für technische Anwendungen mehrere Solarzellen in Reihe geschaltet werden. Um z.B. eine 12-V-Batterie mit einer polykristallinen Siliziumsolarzelle, die eine Arbeitsspannung von U ≈ 0,4 V hat, aufzuladen, müssen 32 bis 36 Si-SZ verbunden werden.
Zusammengeschaltete kontaktintegrierte Solarzellen werden Connector-Integrated Solar-Cells (CIC) genannt. Werden sie zwischen zwei Glasplatten eingebettet und mit einem Rahmen versehen, entsteht ein Solarmodul, das das handelsübliche Produkt auf dem Verbrauchermarkt darstellt und in verschiedensten Größen von 1 × 0,5 m2 bis 2 × 1 m2 geliefert wird. Einige Hersteller bieten maßgefertigte Solarmodule für die Anpassung an vorgegebene Dach- und Fassadenflächen an. Entsprechend den unterschiedlichen Modulflächen sind auch die Werte für Spannung und Strom und damit die Leistungen der Module unterschiedlich. Die Spitzenleistung eines Moduls kann von 60 W bis 260 W reichen.
Im PV-Generator ändern sich in Abhängigkeit von Verbrauchercharakteristik und solarer Strahlungsintensität φStr,ges sowohl die Stromstärke als auch - wenn auch nur sehr wenig - die Spannung. Im Bild ist das daraus entstehende Kennlinienfeld eines Solargenerators dargestellt.
Kennlinienfeld eines PV-Generators
Aus diesem Bild lässt sich eine Aussage zur Notwendigkeit einer Sicherung gegen Kurzschluss bei PV-Anlagen gewinnen. Bei einem elektrischen Kurzschluss beim Verbraucher sinkt die Spannung am Solargenerator auf den Wert null. Dafür ergeben sich für den Kurzschlussstrom in Abhängigkeit von der Strahlungsintensität die Werte K1 und K2. Der Kurzschlussstrom bei K1 bzw. K2 ist aber nicht sehr viel größer als in den Leistungsbestpunkten P1 und P2: Eine Sicherung gegen Kurzschluss ist deshalb bei einem PV-Generator nicht nötig.
Im Gegensatz dazu hat das elektrische Wechselstromnetz eines Hauses einen konstanten Spannungswert. Der aus der Steckdose entnommene Strom stellt sich entsprechend dem Widerstand des Verbrauchers ein. Bei Kurzschluss wird der Verbraucher abgetrennt, sein Widerstand geht gegen null und damit die Stromstärke gegen unendlich. Damit das Leitungsnetz nicht durchbrennt, sind hier Sicherungen nötig.
Bei akkumulatorgekoppelten Inselsystemen wird zwischen dem PV-Generator und dem Akkumulator ein Laderegler geschaltet. Aus zwei Gründen ist ein direkter Anschluss des PV-Generators an den Akkumulator nicht ratsam:
Laderegler sind verfügbar als
Für Verbraucher mit Wechselstromanschluss bzw. für das Einspeisen ins Wechselstromnetz werden Wechselrichter benötigt. Ihr Einsatz ist als
möglich.
Mit einem netzgeführten Wechselrichter wird die Belastung des Netzes mit Blindstrom vermieden. Sein Einsatz ist nur mit netzgekoppelten PV-Anlagen möglich. Wenn der PV-Generator keinen Strom liefert, zieht er für seinen Betrieb Strom aus dem Netz, wirkt also als ständiger Verbraucher.
Für den Einsatz im Inselbetrieb eignet sich ein selbstgeführter Wechselrichter. Bei ihm ist auf die Form des erzeugten Stroms mit einem geringen Gehalt an Oberschwingungsstrom zu achten. Selbstgeführte Wechselrichter können auch für netzgekoppelte PV-Anlagen verwendet werden. Sie verbrauchen keine Energie aus dem Netz.
08/09, Praxis-Check Architektur: EnEV 2009
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