Die Ergebnisse der vergleichenden Untersuchung belegen darüber hinaus, dass das Dämmvermögen schwerer Holzfaserdämmplatten in der Praxis besser ausfällt, als es die technischen Bemessungswerte rein rechnerisch erwarten lassen.
Diplom-Holzwirt Christoph Jost, Leiter Technik beim WDVS-Anbieter INTHERMO, sieht sich in seiner Meinung bestätigt, dass ein höheres Gewicht für den Bauherrn vorteilhafter ist als ein möglichst geringer Lambda-Wert, welcher die Wärmeleitfähigkeit bezeichnet. „Es macht wenig Sinn, nur auf die Wärmeleitgruppe zu schauen, um die Qualität eines Dämmstoffs zu erfassen. Die InnoNet-Studie hat klar gezeigt, dass ein unter realitätsnähen Bedingungen ermittelter Lambda-Wert bei hohen Rohdichten deutlich positiver ist als der mit den üblichen Verfahren ermittelte Lambda-Wert.“, so Jost. „Aus einer höheren Rohdichte der Holzfaserdämmplatte resultieren für den Bauherrn spürbare Vorteile beim sommerlichen Hitze-, winterlichen Wärme- sowie Schallschutz,“ erklärt Erich Kunkelmann, Anwendungstechniker der INTHERMO-Schwestergesellschaft Caparol Industrial Solutions (CIS), die Bedeutung der Forschungsergebnisse für das Dämmstoffe verarbeitende Bauhandwerk und die Bauherren zusammen.
Beim InnoNet-Forschungsprojekt wurden in einer Doppelklimaanlage die Wärmedurchgangskoeffizienten unterschiedlicher Wände mit Holzfaserdämmstoffen ermittelt. Messungen der Oberflächentemperaturen und Wärmeströme bildeten hierbei die Basis. Festgestellt wurde, dass schwere Holzfaserdämmplatten - im konkreten Fall verfügte das Testobjekt über ein Gewicht von 190 Kilogramm pro Quadratmeter- in der Praxis um etwa acht Prozent bessere Dämmwerte aufweisen, als die technischen Parameter eigentlich erwarten ließen.
Foto: INTHERMO, Achim Zielke
08/09, Praxis-Check Architektur: EnEV 2009
Tipps & Tricks zur Umsetzung der EnEV 2009!