Doch bereits jetzt konnten sich die Politiker bei einem Ortstermin von den Bauten überzeugen. Denn schon im Jahr 2006 wurde eine aus energetischer Sicht dringlich erforderliche Neugestaltung der lüftungstechnischen Anlagen in den Turnhallen des Schulzentrums Übach-Palenberg offensichtlich. Mit dem Baubeginn im September 2009 wurden alle alten Zu- und Abluftgeräte, die noch aus den 70er-Jahren stammen, abgebaut, komplett überplant und durch neue, effiziente Technik ersetzt.
Die alte Technik verfügte weder über Wärmegewinnung noch über verbrauchsoptimierte Regeltechnik. Außerdem setzte der Abluftstrom von zirka 80.000 Kubikmetern pro Stunde sehr viel Wärme frei, die mit viel Energieaufwand neu produziert werden musste. Im Sanierungskonzept finden dagegen alles in allem sechs Lüftungsgeräte mit integrierter Wärmerückgewinnung Anwendung. Bei einer gegenüber der alten Anlage um 10.000 Kubikmeter pro Stunde gesteigerten Luftleistung benötigt die neue Anlage nur noch etwa 600 Kilowatt Heizleistung. Vorher lag die Heizleistung bei zirka 900 Kilowatt, nur die Wärmerückgewinnung alleine spart dabei 270 Kilowatt Leistung ein.
Der Einbau der neuen Anlage gestaltete sich nach Auskunft der Experten schwieriger als zunächst erwartet. Dazu werden nun die Abluftströme auf dem Dach mit wetterfesten Kanälen gesammelt und zu einem zentralen Abluftgerät geleitet, in das die Wärmerückgewinnungsanlage eingebaut ist. Die entzogene Wärme wird vom Träger Luft auf den Träger Wasser gewandelt, in den jeweiligen Kellerbereich gefördert und da auf die frisch angesaugte Außenluft übertragen. „Geht man von durchschnittlich 1000 Vollbetriebsstunden der Hallen im Jahr aus, ergibt sich somit eine Wärmerückgewinnung von etwa 250000 Kilowattstunden pro Jahr,“ so Frank Wagner.
Foto: aboutpixel.de, Peter Ehmann
08/09, Praxis-Check Architektur: EnEV 2009
Tipps & Tricks zur Umsetzung der EnEV 2009!