Das Problem besteht darin, dass anders als normaler Haushaltsstrom der Gleichstrom der Solarmodule nicht einfach über eine Zentralsicherung abgestellt werden kann, da Solarzellen Strom produzieren, sobald Licht darauf fällt - und das mit einer Leistung von meist mehreren Hundert Volt. Damit besteht die Gefahr von Stromschlägen, die schon ab 120 Volt lebensgefährlich sein können.
Neuere Anlagen müssen zwar gemäß VDE 0100-7-712 mit einer Gleichstrom-Freischaltstelle (DC-Schalter) vor dem Wechselrichter ausgestattet sein. Der Wechselrichter ist aber oft im Keller installiert, so dass auch nach dem Ausschalten die Solarmodule und die Leitungen bis zum DC-Schalter noch unter Strom stehen.
Um nicht nur den Bereich zwischen Wechselrichter und Hausanschluss sicher zu machen, wären eigentlich Notausschalter direkt an den Modulen nötig, die im Brandfall auch noch sicher und zentral bedient werden könnten. Solche Schalter konnten aber bisher bei akzeptablen Preisen nicht bis zur Serienreife entwickelt werden.
Die theoretische Alternative, die Anlage durch eine Abdeckung total zu verdunkeln und so abzuschalten, würde im Ernstfall an der technischen Umsetzung scheitern. Und Versuche, die Abschaltung durch Aufbringen einer dicken Löschschaumschicht zu bewirken, haben gezeigt, dass nach wenigen Minuten die ursprüngliche Stromleistung wieder erreicht wird.
Damit bleibt der Feuerwehr nur, ausreichende Sicherheitsabstände einzuhalten, auch wenn das die Löscharbeiten verlangsamt. Im Extremfall muss ohnehin das kontrollierte Abbrennen eines Gebäudes in Kauf genommen werden, wenn beispielsweise das Dach komplett mit Solarmodulen bedeckt ist und deshalb nicht von oben gelöscht werden kann, obwohl dies nötig wäre.
Foto: pixelio.de, Stephanie Hofschlaeger
08/09, Praxis-Check Architektur: EnEV 2009
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