Dieser Topf war dieses Jahr bereits im Juli ausgeschöpft. Seitdem schreiben sich Interessenten auf eine Warteliste, um nächstes jahr zum Zuge zu kommen.
„Wenn also im Jänner wieder 2,1 Millionen Euro freigegeben werden, wird das gerade einmal reichen, um die Warteliste von 2009 zu bedienen,“ erklärt Hans Kronberger, Bundesverband Photovoltaic Austria: „Das Parlament ist im Begriff einen leeren Topf mit einem Deckel drauf zu beschließen.“
Das Ökostromgesetz ist ein Verfassungsgesetz und braucht somit eine Zweidrittel-Mehrheit. „Daher kommt den drei Oppositionsparteien eine entscheidende Rolle zu,“ konstatiert Hans Kronberger: „Wir appellieren an alle Parteien, ein brauchbares Ökostromgesetz anstatt eines leeren Topfs samt Deckel zu beschließen!“
Das österreichische Elektrotechnikgewerbe leide enorm an der „Stop and Go“-Politik des Photovoltaik-Ausbaus, erläutert Rudolf Reisl als Bundesinnungsmeister der Elektrotechniker: „Es ist für die Betriebe unmöglich qualifiziertes Personal aufzunehmen und auszubilden, wenn es immer nur kurze Anläufe beim Marktaufbau gibt.“ Ohne passendes Ökostromgesetz würden in wenigen Jahren der Photovoltaik-Branche qualifizierte Elektriker genauso fehlen wie ausgebildete Planer, Händler, Monteure oder Energieberater. „Es geht einfach darum, an einem weltweiten Wachstumsmarkt teilzunehmen und Wertschöpfung im Inland zu fördern,“ sagt Rudolf Reisl.
Die Photovoltaik-Branche beschäftigt derzeit in Österreich rund 1.800 Menschen und erwirtschaftete 2008 einen Gesamtumsatz von 338 Millionen Euro. „Das ist nur ein Bruchteil von dem was möglich ist,“ erklärt Robert Kanduth vom Solarunternehmen KIOTO klar. Bayern bezieht schon heute über 2 Prozent seines elektrischen Stroms aus Sonnenlicht, in Österreich sind es nur 0,4 Promille.
Foto: pixelio.de, Dr. Klaus-Uwe Gerhardt
08/09, Praxis-Check Architektur: EnEV 2009
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