„Der Energieausstoß schwankt über die Auf- und Abschwünge hinweg kaum“ Grund dafür sei, dass Energie auch bei schlechter Konjunktur gebraucht werde. „Denn auch in Zeiten des Abschwungs müssen Wohnungen geheizt und Straßen beleuchtet werden.“ Größere Veränderungen im Bereich Energie würden vielmehr durch klimatische Einflusse verursacht.
Die großen Energiekonzerne Energieriesen E.ON und RWE sind bislang relativ unbeschadet durch die Konjunkturkrise gekommen. Während das Geschäft mit Industriekunden als konjunkturanfälliger gilt, ist das Privatkundengeschäft weitgehend beständig. Auch die Herstellung von Haushaltsgeräten sowie von Hygiene- und Reinigungsartikeln zeige sich wenig verletzbar. „Dort gilt ebenfalls die Devise: Gebraucht werden sie immer, Aufschwung hin oder her.“
Für die Baubranche machen die Postbank-Fachleute sogar ein antizyklisches Muster fest. Die Bauproduktion sei nämlich in der Vergangenheit immer wieder gestiegen, wenn sich die gesamtwirtschaftliche Industrieproduktion verringert habe. Dabei dürfte der Baubereich im Abschwung Nutznießer von niedrigen Zinsen gewesen sein. Darüber hinaus führten lange Planungszeiten dazu, dass Bauprojekte oft in konjunkturell guten Zeiten gestartet, aber erst in schlechten Zeiten umgesetzt würden.
Zudem profitiere der Wirtschaftszweig vom Abschwung, weil der Staat dann oft mit Hilfsprogrammen die Wirtschaft ankurble. Kernpunkt des derzeitigen Konjunkturpakets II der Regierung sind Infrastrukturinvestitionen in Höhe von rund 17 Milliarden Euro. „Dies dürfte in den kommenden Monaten zu starken Impulsen für die Bauwirtschaft führen und ihre ohnehin antizyklische Natur untermauern“, stellten die Postbank-Experten fest.
08/09, Praxis-Check Architektur: EnEV 2009
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