Experten bestätigen: Die Branche steckt in einer „Komplexitätsfalle“. Der RWE-Konzern hat die Hürden nun auf 70 Seiten aufgelistet.
Oft geht es nur um Kleinigkeiten. In ihrer Häufung aber werden sie zur spürbaren Belastung. Ein Beispiel: Die Stromnetzbetreiber werden durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dazu verpflichtet, die EEG-Kosten „umzuwälzen“. Sie sind somit Inkassounternehmen wie auch Subventionsverteiler. Sie sind verantwortlich, die EEG-Vergütungen an die Betreiber von Windrädern oder Photovoltaikanlagen auszuzahlen.
Zugleich müssen sie die EEG-Umlage auf die Netznutzer, also die Stromverbraucher, umlegen. Die Netzbetreiber vollziehen das EEG somit von Anfang bis Ende. Das ist beim schnell wachsenden Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung keine leichte Aufgabe: Für Hunderttausende EEG-Anlagen - vom Windrad bis zur Solaranlage auf dem Hausdach - entsteht sehr großer Verwaltungsaufwand, Tendenz steigend.
In einem Bericht hat der RWE-Konzern die großen und kleinen bürokratischen Hürden im Tagesgeschäft aufgelistet. Die Sammlung mit dem Titel „Kostet nichts - hilft viel: Freiheit für Investitionen“ umfasst 70 Seiten und ist als dringender Appell des Unternehmens zu verstehen, Investitionshemmnisse abzubauen und bürokratische Hindernisse zu überwinden.
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, so die RWE, müsse die Politik großes Interesse daran haben, die Energieunternehmen ihre Milliarden schweren Investitionen schnell umsetzen zu lassen. Da es in den meisten Fällen ja auch nichts kosten würde, Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
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