Eines davon ist das Health and Care-Lab. Hier sollen neue Modelle für die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen entwickelt und die Organisation von Pflegeeinrichtungen erleichtert werden. Technische Lösungen können die Sicherheit von älteren und pflegebedürftigen Menschen erhöhen, ohne ihre Autonomie einzuschränken: Im Pflegeheim der nächsten Generation mit seinen vernetzten Raumsystemen lassen sich zum Beispiel Notfälle automatisch erkennen und das Personal kann schnell reagieren. »Die Idee geht aber darüber hinaus – Sensoren im Pflegezimmer sollen automatisch elektronische Daten liefern, die das Erstellen einer Pflegedokumentation unterstützen. Das brächte enorme Einsparpotenziale an Zeit und Geld, was wiederum den Patienten zugute kommt«, erläutert Wolfgang Meyer von der ambient assisted living GmbH. Wie das bei den Patienten und Patientinnen ankommt und welche Maßnahmen das Pflegepersonal entlasten, wird mit Hilfe der Beteiligten immer wieder analysiert. Zudem präsentiert der Showcase »Pflege 2020« des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zur Eröffnung eine Lebensumgebung für ältere Menschen, die Teilhabe, Autonomie und Sicherheit ermöglicht.
NextHotel und OfficeLab
Die anderen beiden Themen,
das NextHotel- und das OfficeLab, werden vom IAO koordiniert und in
enger Zusammenarbeit mit den Partnern Lindner Hotels und T-Systems
umgesetzt. Um nicht an den Bedürfnissen der Nutzer vorbei zu
entwickeln, prüfen Testpersonen der inHaus-Anwendungspartner
regelmäßig, wie alltagstauglich die Konzepte sind und wie sie sich
vermarkten lassen.
Innovationen bei Gebäuden
»Innovationen bei Gebäuden haben sich in den
vergangenen Dekaden bei weitem nicht so dynamisch entwickelt wie in
anderen Branchen, mal abgesehen von den schicken Glasfassaden.
Innovationsschübe – denken wir an die Informationstechnik oder die
Biotechnologie – haben hier noch nicht stattgefunden. Doch dies wird
sich jetzt massiv ändern. Die Energiekrise, die globale Erderwärmung
aber vor allem neue Anforderungen an eine flexible Nutzung werden einen
massiven Innovationswettbewerb induzieren, hierzulande und im
weltweiten Maßstab. Ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltige
Gebäude zum Leben und Arbeiten zu realisieren, das ist die
Herausforderung an alle Beteiligten«, sagt Prof. Dr. Hans-Jörg
Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.
Visionäre Konzepte
Die Pläne und
Ideen der neun beteiligten Fraunhofer-Institute sowie der zur Zeit rund
60 Partner aus der Wirtschaft betreffen sehr unterschiedliche Bereiche.
Es eint sie das Ziel, in dieser Forschungsplattform wirtschaftliche und
umweltfreundliche Gewerbeimmobilien zu gestalten. Begonnen bei Bau- und
Bauplanung über Materialforschung und Gebäudebetrieb bis hin zu den
unterschiedlichen Nutzungen. »Die hier realisierten visionären Konzepte
der Fraunhofer-Forscher und Wirtschaftspartner werden Bauprodukte- und
-prozesse sowie die Gebäudenutzung signifikant verändern,« so Prof.
Klaus Sedlbauer, Leiter des Fraunhofer-Insituts für Bauphysik IBP.
»Dieses Zukunftsmodell bietet die große Chance, das Lebensumfeld des
Menschen unmittelbar positiv zu beeinflussen und zu verbessern.«
Nordrhrein-Westfalen Vorreiter
Das
Land Nordrhein-Westfalen profitiert bereits: »Erkenntnisse aus dem
Projekt inHaus2 hinsichtlich der Senkung des Energieverbrauchs in
Bürogebäuden flossen in die Realisierung des Neubaus des Landesamts für
Datenverarbeitung und Statistik ein. Das inHaus2 ist damit schon jetzt
die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte«, so Innovationsminister Prof.
Andreas Pinkwart.
Forschungsprogramm von 27 Mio Euro
Bis Ende 2011 ist ein Forschungsprogramm von
etwa 27 Mio Euro geplant. Dreiviertel der etwa 9 Mio Euro
Investitionsmittel für die inHaus2-Forschungsanlage steuern die EU und
das Land Nordrhein-Westfahlen bei, aber auch der Bund, die Stadt
Duisburg und die Fraunhofer-Gesellschaft fördern inHaus2. Die
Wirtschaftspartner und andere öffentliche Förderprojekte sollen zu je
50 Prozent die Kosten des inHaus2-Forschungsprogramms decken. Das sich
die gemeinsamen Aktivitäten lohnen, zeigen erste Ergebnisse: Zum
Beispiel die hier entwickelten und getesteten Komponenten rund um die
intelligente Baustelle. Das reicht vom elektronischen Lieferschein,
über RFID-Waren-Leseschleusen für Liefer-LKW, das Baustellenportal bis
hin zur digitalen Gebäudeakte. Die Partner HOCHTIEF AG und T-Systems
setzen die Ergebnisse schon auf der nächsten Großbaustelle um: der
Elbphilharmonie in Hamburg.
08/09, Praxis-Check Architektur: EnEV 2009
Tipps & Tricks zur Umsetzung der EnEV 2009!