Neu dabei ist seit Kurzem die Stadt Nürnberg. Der Bau- und Vergabeausschuss hat kurz vor Jahresende 2009 neue energetische Standards für städtische Hochbaumaßnahmen beschlossen.
Das ist nicht nur ein Maßnahmenpaket zum Klimaschutz, es soll sich auch lohnen. „Wir wollen und müssen die Summe aus Investitions- und Betriebskosten über die gesamte Lebensdauer der Gebäude minimieren – das ist eine ökonomische wie auch ökologische Notwendigkeit, die alternativlos ist,“ erklärt Baureferent Wolfgang Baumann. Bei Neubauten heißt das, dass sie als Passivhaus gebaut werden. Sie müssen sich nach dem aktuellen Passivhaus-Projektierungspaket des Passivhaus-Instituts Darmstadt richten.
Eva Anlauft, Leiterin des Kommunalen Energiemanagements beim Hochbauamt der Stadt Nürnberg, hat zu den durch diese Beschlüsse in der Bauphase entstehenden Kosten Zahlen parat. Nach Maßgabe der derzeit aktuellen Energieeeinsparverordnung EnEV 2009 liegen die Mehrkosten bei großen Gebäuden bei einem Neubau nach Passivhausstandard nur noch bei 3 Prozent, bei kleineren Gebäuden sind es gut zehn Prozent Mehrkosten. Diesen Kosten stehen aber enorme Energieeinsparungen gegenüber.
Bei der Sanierung des Gebäudebestands nach den beschlossenen Vorgaben geht Anlauft von Mehrkosten zwischen drei und vier Prozent aus. Saniert wird in Nürnberg nach den Vorgaben des Neubaustandards der EnEV 2009. Dabei wird nicht überall Passivhausstandard eingehalten. Vor allem Lüftungsanlagen ließen sich nicht überall installieren, meint Anlauft. Diese sind vor allem in Schulen vorgesehen. Massive Dämmung wird aber überall aufgebracht. Zusätzlich werden Planungsvorgaben für Hochbau, Heizungstechnik, Lüftungs-, Klima- und Sanitärtechnik, Elektrotechnik, zur Mess-, Steuer- und Regeltechnik, für maschinelle Anlagen und zur Qualitätssicherung festgelegt.
Foto: pixelio.de, Marc Tollas
08/09, Praxis-Check Architektur: EnEV 2009
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