Altbausanierung

Betoninstandsetzung

Die Betoninstandsetzung beschreibt Techniken zur Wiederherstellung und Verlängerung der Dauerhaftigkeit von Bauteilen aus Beton und Stahlbeton. Die Grundlage für die Planung von Betoninstandsetzungen ist die DAfStb-Richtlinie – Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen (Instandsetzungsrichtlinie).

Die Richtlinie umfasst vier Teile:

  • Teil 1: Allgemeine Regelungen und Planungsgrundsätze
  • Teil 2: Bauplanung und Bauausführung
  • Teil 3: Qualitätssicherung der Bauausführung
  • Teil 4: Qualitätssicherung der Bauprodukte

 

In Teil 1 werden die Instandsetzungsprinzipien

  • R - Korrosionsschutz durch Wiederherstellung des alkalischen Milieus,
  • W - Korrosionsschutz durch Begrenzung des Wassergehalts im Beton,
  • K - kathodischer Korrosionsschutz
  • C - Korrosionsschutz durch Beschichtung der Bewehrung,

aufgeführt.

Hierbei stehen die Buchstaben R für Repassivierung, W für Wassergehalt, C für Coatching und K für kathodischer Korrosionsschutz.

Das Instandsetzungsprinzip R hat zum Ziel, die Passivschicht auf der Betonstahloberfläche durch zementgebundene Stoffe wieder herzustellen. Unterschieden wird das Instandsetzungsprinzip nach den Verfahren R 1 - Realkalisierung mit alkalischem Beton in flächigem Auftrag und R 2 - örtliche Ausbesserung mit alkalischem Beton. Für Fassaden werden hierbei in der Regel SPCC-Betonersatzsysteme (Spritzmörtel/-beton mit Kunststoffzusatz) und PCC-Betonersatzsysteme (Mörtel und Beton mit Kunststoffzusatz) eingesetzt.

Das Prinzip W beruht auf einer Absenkung des Wassergehalts im Beton und kann durch Beschichtungen mit erhöhtem Karbonatisierungswiderstand erreicht werden. Durch eine Absenkung und eine Vergleichmäßigung des Wassergehalts ist eine Unterdrückung der elektrolytischen Teilprozesse bei der Korrosion der Bewehrung zu erzielen.

Der kathodische Korrosionsschutz (Prinzip K) wird durch einen „Schutzstrom" für die Bewehrung sichergestellt. Erreicht wird das durch Anbringen einer Anode auf der Oberfläche, die sich im aufgetragenen Spritzbeton befindet und das Potenzial der Bewehrung auf ausreichend negative Werte senkt.

Das Prinzip C wird eingesetzt, wenn keine dauerhafte Repassivierung durch Instandsetzungsmörtel sichergestellt werden kann oder die Betondeckung nach Instandsetzung unter 10 mm ist. Der Betonstahl wird hierbei beschichtet und die Ausbruchstellen werden dann mit PCC-, PC- oder CC-Instandsetzungsmörtel aufgefüllt. In der Regel wird zur Verbesserung des Karbonatisierungswiderstands ein Oberflächenschutzsystem aufgebracht.

Als Oberflächenschutzsysteme stehen folgende Beschichtungssysteme zur Verfügung:

 


 

Bild 1: Hydrophobierende Imprägnierung

 


 

Bild 2: Versiegelung für nicht befahrbare Flächen

 


 

Bild 3: Beschichtung für befahrbare Flächen

 


 

Bild 4: Beschichtung für nicht befahrbare Flächen

 


 

Bild 5: Beschichtung für nicht befahrbare Flächen mit mindestens sehr geringer Rissüberbrückung

 


 

Bild 6: Chemisch widerstandsfähige Beschichtung für mechanisch gering beanspruchte Flächen

 


 

Bild 7: Beschichtung unter Dichtungsschichten bei Brücken und ähnlichen Bauwerken

 


 

Bild 8: Chemisch widerstandsfähige Beschichtung für befahrbare, mechanisch stark belastete Flächen

 


 

Bild 9: Beschichtung für nicht befahrbare Flächen mit mindestens erhöhter Rissüberbrückung

 


 

Bild 10: Beschichtung als Dichtungsschicht unter bituminösen oder anderen Schutz- und Deckschichten mit sehr hoher Rissüberbrückung

 


 

Bild 11: Beschichtung für befahrbare Flächen mit mindestens erhöhter Rissüberbrückung

 


 

Bild 12: Beschichtung mit Reaktionsharzbeton bzw. -mörtel für befahrbare, mechanisch stark belastete Flächen

 

Die hier genannten Instandsetzungsprinzipien können auch in Kombinationen angewendet werden.

 

Maßnahmenkatalog - Betoninstandsetzung

 

Beschreibung

 

€ von

€ mittel

€ bis

Instandsetzung von Betonflächen mit 10 % Fehlstellen bis 3 cm Tiefe durch Repassivierung. Untergrundvorbreitung, Freistemmen und Strahlen der Bewehrung und Auftragen von SPCC-Mörtel mit 2 cm

 

65,55

75,67

86,93

Instandsetzung von Betonflächen mit 20 % Fehlstellen bis 3 cm Tiefe durch Repassivierung. Untergrundvorbereitung, Freistemmen und Strahlen der Bewehrung und Auftragen von SPCC-Mörtel mit 2 cm

 

83,15

97,04

112,56

Instandsetzung von Betonflächen mit 30 % Fehlstellen bis 5 cm Tiefe durch Repassivierung. Untergrundvorbereitung, Freistemmen und Strahlen der Bewehrung und Auftragen von SPCC-Mörtel mit 2 cm

 

98,40

115,21

132,89

Instandsetzung von Betonflächen mit 30 % Fehlstellen bis 5 cm Tiefe durch Repassivierung. Untergrundvorbereitung, Freistemmen und Strahlen der Bewehrung und Auftragen von SPCC-Mörtel mit 3 cm

 

117,35

134,99

156,07

Instandsetzung von Betonflächen mit 100 % Fehlstellen bis 5 cm Tiefe durch Repassivierung. Untergrundvorbereitung, Freistemmen und Strahlen der Bewehrung und Auftragen von SPCC-Mörtel mit 5cm

 

215,74

244,76

288,90

Instandsetzung von Betonflächen mit 5 % Fehlstellen bis 2 cm Tiefe durch örtliches Ausbessern mit mineralischem Mörtel. Untergrundvorbereitung, Freistemmen und Strahlen der Bewehrung und Auftragen von SPCC-Mörtel mit 2 cm

 

89,05

102,43

119,20

Instandsetzung von Betonflächen mit 5 % Fehlstellen bis 2 cm Tiefe durch Korrosionsschutz und Begrenzung des Wassergehaltes. Untergrundvorbereitung, Freistemmen und Strahlen der Bewehrung und Auftragen von mineralischem Korrosionsschutz, Ausbruchstellen mit PCC-Mörtel bis 2 cm schließen, Feinspachtel und Oberflächenschutzsystem OS 4

 

86,10

102,40

125,08

Instandsetzung von Betonflächen mit 10 % Fehlstellen bis 3 cm Tiefe durch Korrosionsschutz und Begrenzung des Wassergehaltes. Untergrundvorbereitung, Freistemmen und Strahlen der Bewehrung und Auftragen von mineralischem Korrosionsschutz, Ausbruchstellen mit PCC-Mörtel bis 3 cm schließen, Feinspachtel und Oberflächenschutzsystem OS 4

 

166,70

197,51

238,65

 

Tab. 1: Maßnahmenkatalog - Betoninstandsetzung

 

 


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