„Auch für Altbausanierungen werden neue Bauteile und Bauprodukte entwickelt, die das Bauen im Bestand erleichtern und verbessern“, sagt Architekt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung in Berlin. Mit derartigen intelligenten Erzeugnissen werde die Umnutzung und Weiterverwendung von Häusern möglich. Das diene der nachhaltigen Schonung von Rohstoffen und Energie.
Energiesparhäuser benötigen gut gedämmte Wände. In Zukunft können sich hoch isolierte Außenwände von Passivhäusern, die verglichen mit Niedrigenergiehäusern etwa 80 Prozent weniger Energie zum Heizen verbrauchen, schon aus „normalen“ Ziegelsteinen hergestellt werden.
In der zurückliegenden Vergangenheit sei dies nur mit einer zusätzlichen Dämmung, einem sogenannten Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS), möglich gewesen, sagt die Unipor-Gruppe in München.
Voraussetzung für „monolithisches“ (einschaliges) Mauerwerk von Ziegeln in Energiesparhäusern sind mit Dämmstoffen gefüllte Lochziegelsteine. Seit Anfang des Jahres erhältlich ist zum Beispiel der „W07 Coriso“ von Unipor.
Auf der „BAU 2009“, der größten internationalen Baumesse, wurde er mit dem Siegel „Passivhaus geeignete Komponente“ des Passivhaus Instituts in Darmstadt ausgezeichnet. Aber auch Firmen wie Wienerberger aus Hannover oder Schlagmann aus Zeilarn in Bayern bieten mit Dämmstoff gefüllte Ziegel an.
Bei der Altbausanierung steht derzeit die Dämmung im Innenbereich im Fokus. „Bei aufwendigen Fassaden, Denkmälern und Grenzbebauungen kommt eine Außendämmung nicht in Frage“, stellt Ulrich Zink fest. Doch Dämmungen im Innenbereich sind von der Bauphysik her problematischer. Bei Fehlern in der Ausführung kann es zu Feuchtigkeitsanreicherung in den Wänden und Schimmelpilzbildung kommen.
Innendämmungssysteme gibt es mit Dampfsperren, die sehr sorgfältig ausgeführt werden müssen, da sonst Schäden am Bau drohen. Als Alternative können Dämmungen im Innenbereich ebenso mit sogenannten diffusionsoffenen, kapillaraktiven Dämmstoffen ausgeführt werden.
08/09, Praxis-Check Architektur: EnEV 2009
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