Der Klimagipfel in Kopenhagen ist quer durch die Wirtschaft ein Thema – vom mittelständischen Handwerker bis hin zur Börse. Anleger setzen momentan darauf, dass die Solarbranche mehr Zulauf bekommt. Solaraktien steigen wieder – auch und nicht zuletzt dank des Vorstoßes in den USA.
Es soll der Ausblick auf das Jahr 2020 sein, jenes Jahr, um das sich in Kopenhagen alles dreht. Das Jahr, bis zu dem die Staaten den Ausstoß von Kohlendioxid nach Vorgabe des Weltklimarates massiv reduzieren müssten, damit sich die Erde nicht um mehr als zwei Grad Celsius erwärmt. Der Text dazu auf allen Poster ist derselbe: ¿Es tut mir leid, wir hätten den katastrophalen Klimawandel stoppen können - aber wir haben es nicht.¿
Unser Top-Thema der Woche: Klimaschutzgipfel in Kopenhagen: Lesen Sie ab sofort täglich über die Weltklimakonferenz und wie wir gemeinsam der Erderwärmung entgegenwirken können
Das Ergebnis ist mager. Mehr als 40.000 Politiker, Diplomaten, Wissenschaftler, Journalisten, Lobbyisten und NGO-Aktivisten waren angereist, um die Welt zu retten. 140 Privatjets landeten. 1.200 Limousinen fuhren die Delegierten von einem Ort zum anderen. Der mega-event-mäßig organisierte Gipfel bot eine Bühne für Wichtigtuer und Alarmisten. Die so genannte „Kopenhagener Vereinbarung“, die unter anderem von Deutschland und Angela Merkel ausgearbeitet wurde und von 25 Staaten unterzeichnet wurde, wurde vom Plenum lediglich „zur kenntnis genommen“.
Ein drittes Konjunkturpaket ist vorerst vom Tisch. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) lehnten nach dem zweiten Konjunkturgipfel im Kanzleramt in Berlin entsprechende Forderungen ab.
Die Schwellenländer scheren schon zu Beginn des Klimagipfels in Kopenhagenen aus: Sie wollen sich nicht auf Treibhausgasemissionen festlegen. Der erwartete Konflikt zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern offen ausgebrochen. Entwicklungs- und Schwellenländer unter der Führung Chinas warfen den USA und der EU am Mittwoch vor, bei der Klimapolitik alte kolonialistische Ziele zu verfolgen.
„Wenn wir mit dieser Geschwindigkeit weiter machen, gibt es keinen Erfolg,“ befürchtet der schwedische Umweltminister. Deshalb wurde trotz sonntäglicher Verhandlungspause in Kopenhagen weiter um Reduktionsziele und Finanzhilfen verhandelt.
Der große Wurf scheint es nicht zu werden, der Klimagipfel in Kopenhagen. Der große Blitzeinschlag fand weder zum Positiven noch zum Negativen statt. Immerhin liegt jetzt ein Kompromisspapier vor, das auch durch die Bemühungen von Angela Merkel zustande kam.